Ich werde nachts wach, es klopft an meiner Zimmertüre.
Mehr schlafend als wach stehe ich auf und öffne, Aline steht draußen – schaut mich an und meint – “Ich glaube wir haben ein Problem, Eric”
Ich realisiere das rauschende Geräusch von Wasser und das überlaufende Waschbecken auf der Toilette.
“Weißt du wie man das abschaltet?” will Cécile wissen.
Drehen am Wasserhahn bringt nichts – Hand drunter auch nicht, zu viel Druck.
“Holt Lappen!” rufe ich (was man ohne Stimme so als rufen bezeichnen kann), bisher ist nur der gekachelte Bereich im Klo betroffen – dann sprinte ich in den Keller. Dummerweise gibt es für den Wasserhahn im Bad keine eigenen Amaturen, der lässt sich nur abschalten wenn man das Wasser für die ganze Hausseite abdreht – das ist zumindest gerade meine Vermutung.
Aus dem Bereich der Versorgungsrohre hört man das charakteristische Geräusch von schnell fließendem Wasser in Rohren – es kommt ja auch viel Wasser oben bei uns aus dem Wasserhahn. Mein Blick fliegt über die Ventile und ich drehe eins zu. Das Geräusch verstummt.
In dem Moment freue ich mich, dass man hier im Haus die üblichen Konventionen für Wasserinstallationen eingehalten hat. Außerdem bin ich glücklich über die Zeit als Schwimmbadmitarbeiter – woher sollte ich sonst wissen welches, der ein dutzend roten und blauen Räder, der richtige Absperrhahn ist.
Ich komme wieder nach oben, die Mädels sind dabei das Bad trocken zu legen. Wie geht es jetzt weiter? Wenn jemand das Wasser wieder aufdreht dann läuft es wieder. Es ist Sonntagnacht 01:30.
Ein knapper Zettel der die Situation erläutert und die Bitte das Wasser nicht wieder einzuschalten, ich klebe es an den Haupthahn. Danach stehe ich vor dem Zettel am schwarzen Brett, mit den Notfallnummern. Hausmeister Handy, oder Klempner Notdienst? Die Kosten würden zwar ziemlich sicher nicht direkt auf uns fallen, aber über die Nebenkostenumlage landen sie dann doch bei uns. Ist es tragbar, dass wir und die Nachbarn ein paar Stunden kein Wasser haben? Ich denke schon.
Ich versuche den Hausmeister zu erreichen, das Notfallhandy ist aus. Toll! Denke ich.
Nein, den Klempner rufe ich nicht an, die Überflutung konnte ja gestoppt werden.
Ein knapper Zettel für die Nachbarn oben und unten, ich lege sie vor die Türen. Aus der Wohnung über uns kommen schon eindeutige Geräusche, man hat festgestellt, dass es kein Wasser mehr gibt.
Eine andere Idee, ich verwende eine halbe Rolle Klebeband, die auf meinem Schreibtisch liegt und verklebe den Wasserhahn. Keine Ahnung ob das hält. Im Keller drehe ich das Wasser wieder auf.
Kein Rauschen, ein gutes Zeichen. Bevor ich in die Wohnung zurück gehe sammle ich meine Zettel wieder ein.
Am nächsten Morgen kommt der Hausmeister – wir haben ihn dann angerufen. Das Klebeband wird entfernt und es kommt kein Wasser. ?! – Nachts ein Sturzbach jetzt nichts. Der Hausmeister hat keine Erklärung, ich auch nicht. Er schaut sich den Wasserhahn an, der ist noch erste Generation, also aus der Zeit als das Haus gebaut wurde. “Ich kontaktiere den Klempner, der wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.
Wir bekommen dort also einen neuen Wasserhahn, mich würde aber schon interessieren was da passiert ist. Ich vermute im Moment, dass sich eine Verkalkung im Ventil gelöst hat. Der Wasserhahn ist wirklich ziemlich alt. Nachdem ich den Haupthahn abgedreht hatte und Aline den Wasserhahn zudrehen konnte schien er wohl von selbst wieder dicht zu sein – vielleicht hätte ich mir die Klebebandaktion auch sparen können.
Das mit dem Handy konnte der Hausmeister auch noch erklären, er war gerade drei Wochen im Urlaub und ist erst diese Nacht zurückgekommen – Das Handy hatte er noch nicht wieder eingeschaltet.